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Sonntag, 8. Juli 2007

Ausgemustert Nr. 1




Ausgemustert Nr. 1 Schweizer Armee Sackmesser

Ich habe es stets griffbereit auf meinem Nachttisch liegen, es könnte ja plötzlich eine Bierflasche daherkommen, die man öffnen muss oder Krieg könnte ausbrechen und man müsste noch schnell einen Apfel schällen ... oder eine Büchse köstliche Ravioli von M-Budget öffnen ... etc.
Klar ist, dass "SWISS ARMY KNIFE" ist nicht nur eine ideale Nahkampfwaffe, es wiederspiegelt auch den Sinn und Zweck unser Armee - unseres Milizsystem. Vielleicht - und ich sage bewusst vielleicht - haben wir nicht die stärkste Armee der Welt, aber wir haben eine Armee die jederzeit bereit ist und vielseitig einsetzbar ist, also genau wie unser gliebtes Armee-Sackmesser *seufz*.
Nun wird unser aller Heiligtum eine Generalüberholung erhalten:

1. Arretierbare Klinge (das me sech ned bim Öpfeli schnätzle durend i Töppe schnidet)
2. Neu gibt’s einen Schraubenzieher (wenn wedermal de Verschluss vom STWG 90 chleme duet)
3. Des Weiteren eine Säge (esch eifach en lässigi Sach)
4. Neu ist das Messer grün und nicht mehr silbrig (so richtig Military Stil - semir ja scho fasch rechtigi Sdt)

Nun einige Kommentare:

"Ich freue mich auf mein neues Messer - obwohl ich mein altes doch sehr mochte" Dr. Ulrich Schlüer (SVP-NR)

"Ich leiste Zivildienst - sorry" Jo Lang (Alternative-NR)

"Bei jedem Abschied stirbt auch ein Teil von uns" Hptfw Rohner

"Dat esch mer doch schiessiglich, hauptsach muess i dat Teil ned fidle" Blog-Schreiber

"Ich fordere, dass das Sackmesser aus den Schweizerhaushalten verbannt wird - denn es passieren jährlich tausende von schrecklichen Unfällen" J. Fehr (SP-NR)

So das wärs vom ersten Ausgemusterten ...

Sonntag, 25. März 2007

Band of Brothers

The War is over ... Endlich nach all den Wochen können wir wieder ins Zivile zurückkehren. Es war nicht immer leicht in den vergangenen 18 Wochen, nicht immer war alles witzig und farbenfroh. Doch wir haben es überlebt - nicht zuletzt weil wir immer an den Endsieg geglaubt haben.

Einige Zitate aus den vergangenen 18 Wochen:

"Rekr Schmid sie dörfe hei - sie sind UT" (Entscheid des Truppenartztes nach 1 Woche)

"Es chas ned sie eh Mutz und es Gnägi ... verschisse" (Ausspruch eines hptfw in der 2 Woche)

"Wenn i Caramba rüfe, denn gumbet ihr alli ah Bode" (Ausspruch des Gruppenführers während der U-Schweiss)

"Rekruten achtung ... Soldate ruhnnnn" (Beförderung zum Soldat in der 13 Woche)

"Mini Dame und herre ... es chas ned sie ...." (Bei jeglicher Gelegenheit)

"Denn gsehmer scho fasch us wie richtigi Soldate" .... "Sie sind richtigi Soldate" ... "Merci" (Konfersation nach dem befohlen wurde den helm anzuziehen)

"Ihr sind verdammti Schwöstere ..." (Bei jeglicher Gelegenheit)

"Wo sind die verdammte Zitige ??!!!" (Frage nach dem am 1000 immer noch keine Zeitung geliefert wurde)

"Sie händ ja für alles en Dispenz - nur ned fürs Zitig lese" (Ausspruchs des hptfw Branca-Masa)

"So dumm cha nur eine sie met emene Doppelname" (Der mit dem Doppelname - Branca-Masa, sass daneben und hat es selbstverständlich nicht begriffen.)

"Wemene brucht esch er ned da und wenn er da esch cha mer ned bruche" (Ausspruch zu hptfw Branca-Masa)

So, dass wärs gsieh mindischtens fürs erste!!!


Sdt a D Schmid

Sonntag, 4. März 2007

Nur noch drei Wochen ...

Die Gesichter sind erstarrt, wo einst ein jugendliches Gesicht strahlte, sieht man nun ein versteinerten Blick. Der Körper ist ausgelaugt. Die Moral der Truppe auf dem Tiefpunkt angekommen. Niemand weiss mehr wie lange es her ist, wo man das letzte Mal herzlich gelacht hat. Die von Bier und Whisky kurzfristig herbei gerufene Lockerheit, zerfällt wie ein Kartenhaus ... aus dem gelegentlichen Trinken ist ein richtige Sucht geworden und der Körper zerfällt nach und nach.
Aus der einstigen Kameradschaft ist ein feuriger hass entbrannt.
Nur noch wenige Opportunisten fügen sich den Befehlen, der Rest versucht sich daran im Sog der Masse zu versinken und sich unkenntlich zu machen.
Nun werden die Gewehre nicht mehr nur aus Spass oder aus Versehen auf den Kameraden gerichtet, sondern mit der kaltblütigen Absicht eines Wolfes.
Es herrscht nicht mehr eine Lockerheit wie in den ersten Wochen, sondern das pure darwinstische Prinzip, dass nur der Stärkere sich durchsetzen wird.
Aus der einstigen Naivität ist eine Paranoia entstanden, die nur noch mit starken Medikamenten überdeckt werden kann.

Das kleine herz ist nun endgültig mit einer tiefen Eisschicht bedeckt und es wartet vergebens auf den Sonnenstrahl, welcher das Eis zu schmelzen mag.

(Eindrücke nach 15 Wochen)

Samstag, 23. Dezember 2006

HAPPY XMAS (WAR ISN'T OVER)

Weihnachten steht vor der Tür und so wurden die Rekruten der Schweizer Armee in den Weihnachtsurlaub entlassen. In der letzten Woche vor dem grossen Fest geschah jedoch noch Einiges - vor allem der Donnerstag war sehr ergeinisreich.

Der Tag begann mit der Übung "SECURO", dies bedeutet man wird geweckt und muss sofort das GTE, Rucksack und Gewehr schnappen und sich ausserhalb der Kasernen sammeln, danach geht es auf einen kleinen Marsch. Am Ende des Marsches fand die Vereidigung der Soldaten statt, d.h. jene Rekruten welche "weitermachen" wurden zu Soldaten vereidigt.

Am 0915 began die Rede des KKdt Fellay, welcher zu Besuch war. Leider bekam ich nicht viel mit, da ich ab und zu eingenickt bin. KKdt Fellay ist der Chef des Heeres und damit Einer der höchsten Militärs der Schweiz. Somit war es selbstverständlich das unsere Leute ziemlich nervös waren ...

Der Tag endete mit dem Weihnachtsessen. Wir vom Kdo-Zug waren für den Ablauf des Abends verantwortlich, wir mussten servieren und alles aufäumen - aber danach konnten wir mal richtig einen Heben!!! (-; So ging ich nach einem ereignisreichen Tag so richtig betrunken ins Bett.

ihr Rekr im Generalstab

Samstag, 9. Dezember 2006

W 5

Am Sonntag um 2345 rückte ich wiedereinmal ein. Ich lag in meinem Bett und konnte es kaum erwarten wieder zu Hause zu sein, nichts desto trotz began die Woche gemütlich.

Am Montag und Dienstag sass ich praktisch die ganze Zeit im Büro, verbrachte die Zeit mit Kaffee trinken und Zeitung lesen - ich befand mich endlich wieder in meiner üblichen Position. Am Montag hätten wir 2 Stunden Ausgang gehabt, aber weil unser Feldweibel mit unserer Zimmerordnung nicht einverstanden war, verkürzte sich dieser Ausgang um gut 1.75 Stunden.

Am Mittwoch kriegte ich das erste mal dreckige Schuhe, wir hatten San D in der TAH, natürlich ging auch dieser Tag vorbei ... und am Abend hatten wir Ausgang ... (-; Dieses mal hatte weder der Feldi noch der Kadi etwas zu bemägeln ... Was uns natürlich sehr unglücklich stimmte.

Mit leichten Kopfschmerzen (siehe Mittwoch Zeile 2) gings am Donnerstag Nachmittag in die KD-Box. Am Abend weilte ich wiedereinmal im Büro und verbrachte die Zeit mit dem Studieren des DR 04, welches überaus interessant ist ...

Am Freitag hiess es schon wieder Gewehre laden - diesmal durften wir unsere Treffsicherheit auf dem 300m-Stand unter Beweis stellen, leider traf ich - wie etwa 50% der Kompanie - nicht so gut und durfte heuer noch einmal schiessen gehen. Bei meinem letzten Versuch klappte es dann und ich durfte endlich nach Hause ....

Für unseren lieben Oberleutnant Kaufmann noch ein kleiner Hinweis:

- Oberster Schweizer(in) = Nationalratspräsident(in) und nicht Bundeskanzler(in)

man sollte halt mal Zeitung lesen oder ein Bilderbuch anschauen (man will ja niemand überfordern) ...

So jetzt brauche ich aber ein kühles Bier ...


M.S.

M. S. ist ein AdA, welcher regelmässig von der Front berichtet. Er wurde schon mehrfach ausgezeichnet für seine Artikel. Des Weiteren ist er Autor des Buches "Mein K(r)ampf". Und Produzent der Filme "Sämi Schmids Liste" und "Hilfe wer hat meine Armee geschrumpft."
Sein neuer Film "Der Untergang 2 - jetzt gehts erst richtig los" kommt schon bald in die schweizer Kinos.

Weitere Bücher:

1. "Harry Keckeis und die Kaserne des Schreckens"
2. "Der Herr der PD/ID-Stände"
3. "Illuminati" (in diesem Buch entdeckt Ch. Keckeis den Geheimbund der Wehrdienstverweigerer)

Samstag, 25. November 2006

U Schweiss

Am Mittwoch um 1900 began die sogenannten "U Schweiss" - eine Übung mit der wir noch unsere Enkelkinder nerven werden, wenn wir sie ihnen in stundenlangen Erzählungen erörtern.

Zuerst mussten wir in wenigen Minuten unseren Kampfrucksack, GTE, STGW 90, Helm, DT schnappen und hinunterrennen auf den HV Platz. Nun wurden wir in Gruppen eingeteilt, anschliessend wurden wir mithilfe von Kabelbinder zusammen gekettet, d.h. der rechte Fuss mit dem Vordermann und der linke mit dem Hintermann. Nun mussten wir versuchen uns vorwärts zu bewegen. Wenn der Zgfr "Caramba" schrie mussten wir uns auf den Boden schmeissen und weil angeblich auch noch ein Giftgas angriff nahte, mussten wir die SCHUMA anziehen und weiter marschieren.

Nach zirka 2 Stunden war der erste Teil der Übung vorbei ... Anschliessend fanden viele kleinere Übungen statt ... Zum Beispiel mussten wir ein bisschen roppen, aber auch die NH musste gesungen werden ... Der ganze Spass dauerte bis am 0200 ... Und am nächsten morgen hiess es aufstehen am 0535 ...

Wir AdAs hatten also alle richtig viel Spass ... zum Glück hatten wir am DO unseren ersten FAK ...

Rekr. Trp. Bh.
Rttg. RS 75-3 / Kp. 2 / Kdo WaA

p.s.: 1. MAT KONTR am FR

Samstag, 18. November 2006

Bericht aus dem bürgerlichen Trachtenverein

Wie Ihr - geschätzte Leser - sicherlich wisst befinde ich mich seit zwei Wochen im grünen Urlaub. Gleich zu Beginn wurde mir klar, dass nun die Propaganda der Rekutierung vorbei ist und der militärische Drill in Vorschein tritt.

Montag 1400 Einrücken ... Endlich war es so weit ich durfte in die Armee einrücken, voller Tatendrang machte ich mich auf die Kaserne in Wangen an der Aare aufzusuchen. Mit ca. 300 anderen rückte ich in die Swiss Army ein.

Die ersten Tage verbrachten wir mit verschiedenen langweiligen idotischen Ansprachen und mit dem Fassen unserer Ausrüstung. Wobei zu beachten ist, dass man in der Armee alles kaput machen darf, man darf es nur nicht verlieren. Es ist also egal, wenn ich aus Versehen einen FA-18 beschädige, ich darf ihn nur nicht verlegen.

In den ersten Tagen lernten wir auch die Zimmerordnung kennen ... die natürlich darauf abzielt jegliche Einzigartigkeit zu untergraben ...

1. Alle Rucksäcke, Grundtrageinheiten, etc. müssen bei jedem gleich aufgehängt werden ...

2. Die Bettdecke ist bei allen gleich zu falten, d.h. man drittelt die Decke und legt die Öffnung in richtung Fenster, des Weiteren ist die Bettdecke mit Hilfe eines Kleiderbügels glatt zu streichen, der Abstand von der Bettdecke zum Kissen muss indes bei allen gleich viel Betragen ...

3. Die verschiedenen Anzüge sind auch bei allen gleich aufzuhängen, d.h. der Kragen in Richtung Fenster und der Bügel nach innen, des Weiteren ist ein Abstand von drei Finger zwischen den Bügeln zu wahren ...

etc ... es erübrigt sich darauf hinzuweisen, dass die Zimmerordnung stetig überprüft wird - es empfiehlt sich also vor einem Angriff einer feindlichen Armee zunächst die Zimmerordnung zu erstellen, damit der Feind auch einen guten Eindruck über die Schweiz erhält ...

Nachdem man zwei Wochen in der Armee war und ins Wochenende darf, kommt es einem vor, als verlasse man ein Biotop und erreicht endlich wieder eine zivilisierte Welt, indem man endlich frei handeln darf und auch die Meinungsäusserung nicht eingeschränkt ist ...

Soviel fürs Erste ...